Mittwoch, 25. Februar 2009

Singapur

Am Mittag des 25.1.09 landet unser Flugzeug in Singapur. Es ist noch keine 2 Monate her, da war ich genau hier und hatte meinen Zwischenstopp auf dem Weg nach Australien. Krass, wie viel wir in eigentlich so kurzer Zeit schon erlebt haben! Nicht lange nachdem wir den Flughafen betreten haben, erleben wir die Modernität der Stadt. Wir gehen in einem Restaurant zum Mittagessen. An jedem Tisch befindet sich ein eigenes Zerrankochfeld auf dem man rohe Speisen selbst zubereitet kann, sowie ein Computerbildschirm mit Maus-hier klickt man sich durch das gesamte Menü, und bestellt wird online. Sprich, man wählt seine Getränke und sein Essen aus und schickt die Bestellung direkt in die Küche! Serviert wird noch von „echten“ Kellnern, obwohl wir sofort das rumspinnen anfangen und uns Sachen überlegen, wie weit man diesen Hightech treiben könnte. Es hätte nämlich nur noch gefehlt , dass sich vor einem der Tisch automatisch auftut und das Essen angefahren kommt… Ist man fertig und will bezahlen, klickt man auf dem Bildschirm auf die Option „Rechnung bezahlen“ und schon kommt der Kellner mit dieser. Wir suchen uns ein Hostel in „Little India“, wie der Name des Stadtviertels schon vermuten lässt-hunderte von Inder um uns herum. Für uns das erste Mal in Asien, mit dieser Kultur in Kontakt zu kommen. Unser Hostel das wir für erstmal 2 Nächte buchen entpuppt sich als der reinste Horror! Im Zimmer stehen 3 Stockbetten mit Plastikmatratzen. Von viel Platz kann nicht die Rede sein und Fenster gibt es auch keine, man weiss also nie ob Tag oder Nacht ist, was dazu führt, das wir den halben Tag verschlafen. Kommt der Aufzug in unserem Stockwerk an, tut es riesen Schläge, sodass es einen nachts fast aus dem Bett haut. Wir haben dieses Hostel in „Knast“ umgetauft, weil wir uns genau wie in so einem fühlen und verlassen ihn fluchtartig nach dem die ersten 2 Tage um sind. Unser neues Hostel nur paar Häuser weiter ist dafür umso gemütlicher! Am ersten Abend ziehts uns erstmal nach Chinatown, denn heute ist der letzte Tag des chinesischen Neujahrsfest, das insgesamt ganze 2 Wochen gefeiert wird. (Wär das schön2 Wochen Silvester zu feiern!!) Die Hauptstrasse ist komplett gesperrt und vollgestopft mit Chinesen. Es ist verdammt viel los, ganz Chinatown ist auf der Strasse. Pünktlich um 24 Uhr gibt’s ein Feuerwerk, wir dachten eigentlich das dieses bestimmt wahnsinnig gross wird, naja, nach 3 Minuten unspektakulärem Geballer ists rum, 10 Minuten später die Strassen fast wieder menschenleer, die Strassenfeger beseitigen schon den Müll….äh hallo? Irgendwie verstehen wir grad nicht was um uns herum geschieht, also wenn wir Silvester feiern sieht das bisschen anders aus! Aber wer weiss, vielleicht sind die Chinesen nach 2 Wochen Feierei einfach nur total erschöpft. Ich wärs glaub! (Vielleicht doch ganz gut das unser Silvester nur eine Nacht lang geht! :-) ) Wir verbringen die nächsten Tage damit, uns die Stadt genauer anzusehen. Das Auto steht schon am Fährhafen und wartet auf uns, doch es ist praktischer es dort stehen zu lassen, als es in die Stadtmitte zu stellen und viel Geld für Parkgebühren zu zahlen. Wenn man Singapur kurz beschreiben sollte dann kann man wohl sagen, dass es hier eigentlich fast nur ums (Klamotten-) Einkaufen und Essen geht. Ein riesiges Einkaufszentrum jagt das nächste, natürlich nur mit den edelsten und teuersten Designer-Läden darin. Was bin ich froh in dieser Hinsicht so gar nicht Frau zu sein, die armen Mädels stehen doch tatsächlich Schlange vor den Boutiquen, da nur eine bestimmte Anzahl an Kunden dort hinein darf. Und wer wirklich gern shoppen geht, wird wohl sehr lange brauchen um durch Singapur durch zu sein-nein danke! An den riesigen Gebäuden sind aussen grosse Bildschirme angebracht, auf denen teils Werbung über die Strasse dröhnt oder aber auch kurze Filme. Das Angebot an internationaler Küche ist der Hammer, hier findet man von A-Z wirklich alles-ein Traum! Das allgemeine Stadtbild natürlich sehr sauber und ordentlich. Nach Einbruch der Dunkelheit schillert die Stadt in den kitschigsten Farben, denn jetzt sind nicht nur Gebäude beleuchtet, sogar Treppenstufen und Brücken leuchten. Natürlich ist die Stadt mit ihren tausenden Hochhäusern und ihrem peniblem Reinheitswahn völlig übertrieben in ihrer Erscheinung, aber wir können uns darüber eigentlich nur köstlich amüsieren und fragen uns immer wieder gerne, wer um Gottes Willen auf so viel Schwachsinn kommt und eine Stadt erbaut bei der der Luxus absolut ins maßlose übergeht?!! OK, das Highlight aber ist die U-Bahn, bzw. die Filme die in der U-Bahn gezeigt werden: Da läuft tatsächlich ein Video, in dem genau erklärt wird, wie man sich zu verhalten hat, wenn ein Terrorist mit im Abteil sitzt. Und dabei werden alle Klischees bedient: Der Terrorist ist natürlich kein Asiate sondern ein dunkelhäutiger Fremder, der seine schwarze Tasche im Abteil zurücklässt und „verdächtig“ handelt. Zum totlachen! Und bei jeder Fahrt kommt die Durchsage durch die Lautsprecher, dass wenn man denkt eine Person entdeckt zu haben, die sich merkwürdigt verhält, so soll doch bitte das zuständige Bahnpersonal informiert werden. (Die Frage ist nur wie, denn die U-Bahn wird von keinem Menschen mehr gelenkt, die Dinger laufen voll automatisch.)Panikmache im amerikanischen Stil! Wir lernen in diesen Tagen in unserem Hostel viele andere Reisende kennen, Querbeet aus der ganzen Welt aber natürlich auch aus Deutschland. So treffen wir auf Toni, die gerade auf dem Nachhauseweg von Australien hier noch einen Abstecher macht, und Markus, der sich eigentlich in Indonesien aufhält, hier aber sein Visum verlängern muss. Gemeinsam haben wir eine kurze aber lustige Zeit. So, und jetzt zu Tag X: Nachdem wir die Stadt gesehen haben (und dafür reichen 3 Tage), wollen wir Bruce-so hat Sam sein Auto liebevoll getauft, am Hafen abholen.(Kurze Erklärung warum Bruce: In Australien wurde Sam eines Tages zu einer feucht fröhlichen Stunde darauf angesprochen, welchen Namen er seinem Auto gegeben hat. Da er sich bis dahin diese Frage nie gestellt hatte, kurze Zeit zuvor aber „Stirb langsam“ Mit Bruce Willis gesehen hatte, schienen die Parallelen klar auf der Hand zu liegen: Sein Auto ist genauso wie Bruce Willis in „Stirb langsam“-alt, sexy, die besten Tage schon erlebt, aber nicht tot zu kriegen!) Früh am Morgen geht’s erstmal in das Büro von Perkins-der Gesellschaft mit dem Bruce verschifft wurde. Dort muss zunächst der ganze Papierkram erledigt werden. Dann geht’s weiter zum Hafen, der natürlich auf der anderen Seite der Stadt liegt! Nach 1h Fahrt kommen wir dort an, müssen uns aber erstmal die Erlaubnis einholen, um auf das Hafengelände zu kommen, was auch wieder Zeit und Nerven kostet. Gut, die Erlaubnis in den Händen, warten wir auf den Bus, der uns über den Hafen kutschiert und uns in den Teil des Hafens bringt, in dem Bruce steht. Hier angekommen, müssen wir das Büro suchen in dem der Verantwortliche für unsere Angelegenheit sitzt. Die Vorfreude, gleich Bruce wieder zu sehen ist riesig, vorallem bei Sam. Der Mann aus dem Büro beschreibt uns den Weg den wir zu gehen haben um Bruce zu finden und dann endlich- da steht er! Vor einem Monat haben wir uns in Darwin von ihm verabschiedet. Die Freude ist gross! Doch leider nicht von langer Dauer……. Wir setzen uns ins Auto, indem es immernoch nach Australien riecht, Sam dreht den Zündschlüssel um-es tut sich nichts!! Erster Gedanke: Batterie leer! Kein Problem, wir haben ja 4 Stück davon! Doch wie sich herausstellt ist das nicht das Problem. Sam werkelt 3 Stunden an der Karre rum bis sich herausstellt das die Einspritzpumpe in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Das dumme daran ist, Sam kennt sein Auto ja inn- und auswendig und hat ein halbes Jahr in einer Werkstatt gearbeitet, in der nur dieser Fahrzeugtyp repariert wird. Sorgen das er was nicht wieder zum laufen kriegt muss man deshalb also nicht im geringsten haben. Das einzige Ersatzteil mit dem er leider keine Erfahrung hat ist (Trommelwirbel)-die Einspritzpumpe! Diese wurde bei ihm in der Werkstatt für Reparaturen immer eingeschickt…Glückwunsch! Es wird dunkel und Sam fehlt das nötige Werkzeug um weiter zu machen. Resigniert machen wir uns, ohne Bruce, zurück auf den Heimweg. Am nächsten morgen heissts für Sam dann früh aufstehen, nochmals zu Perkins ins Büro, da das Auto ja jetzt doch länger am Hafen steht, wieder Papierkram, wieder 1h Fahrt zum Hafen, Werkzeug organisieren, und, und, und….. An diesem Tag wird er nicht ganz fertig, morgen ist Sonntag, da hat der Hafen „geschlossen“, also dauert es dann bis Montag Mittag bis Bruce wieder fit ist. Sam hat viel Stress in diesen Tagen, aber für das wie er sich selbst zu helfen weiss und alles wieder in Ordnung bringt, bekommt er von mir ein riesiges Fleisskärtchen! Für mich heisst es in dieser Zeit so mehr oder weniger Däumchen drehen, helfen kann ich Sam nicht wirklich und mir in der Stadt das tausendste Einkaufszentrum reinzuziehen hab ich auch keine Lust. Ich finde trotzdem nützliche Beschäftigungen in der Zwischenzeit und mit den anderen Backpacker um mich herum hab ich natürlich auch Unterhaltung. Für eine Autopanne ist Singapur, die teuerste Stadt Asiens, allerdings der wahrscheinlich ungünstigste Ort in dem einem so etwas passieren kann… Montag Mittag also, 3.2.09, Brucy-Baby schnurrt wieder wie ein Kätzchen, verlassen wir nach ganzen 10 Tagen die Stadt, es geht wieder nach „Peninsular Malaysia“- der Teil von Malaysia der nördlich von Singapur und auf dem Festland liegt. Wir fühlen uns wie die Grössten der Welt-mit dem eigenen Auto auf Asiens Strassen!

2 Kommentare:

Harald hat gesagt…

Also Gina und Sam es ist doch so:
Ihr seid die Größten der Welt!
Derzeit jedenfalls, aber Hallo.

Harald

Carmen hat gesagt…

Hi Ho ihr zwei

also, ich bin begeistert von euren Erzählungen und Eindrücken. Erstmal noch herzlichen Glückwunsch zum Tauchschein...
Ich hoff für euch auf viele viele weitere wunderbarste Eindrücke und Ereignisse...

Weiter so und ganz viel Spaß

Die allerbesten Grüße ausm Frankenland!!