Sonntag, 15. Februar 2009

Malaysia- Sabah, Borneo

11. Januar 09, wir steigen früh morgens um 6 Uhr in Denpasar ins Flugzeug. Unser Ziel: Die Insel Borneo, die aus zwei Teilen besteht-dem indonesischen und malaysischen. Wir landen in Tawau auf der malaysischen Seite. Von hier aus fahren wir weiter mit einem kleinen privat-Bus nach Semporna. Der Verkehr hier auf den Strassen ist sehr ruhig und angenehm, es herrschen europäische Verhältnisse. Für uns die reinste Erholung! Von Dani und Alex wissen wir, dass es in Semporna viele Tauchschulen gibt, bei denen wir unseren Tauchkurs machen können. Mit Elke haben wir uns hier verabredet um zu dritt unseren Tauchschein zu machen. Semporna an sich hat nichts besonderes oder spezielles, es ist nur deshalb etwas bekannter, da man von hier aus auf die umliegenden Inseln kommt, die unter Tauchern sehr beliebt sind. Am zweiten Tag an dem wir hier sind treffen wir dann in der Tauchschule die uns Alex und Dani empfohlen hatten, auf Elke. Die Wiedersehensfreude ist gross! Gemeinsam fahren wir mit dem Boot so ca.1h auf die Insel Mabul, auf der wir unseren Kurs machen werden. Schon bei der Hinfahrt im Boot zeigt sich die Natur hier von ihrer schönsten Seite: dicht bewachsene, grüne Inseln mit weissen Stränden und türkisfarbenen Wasser. Sogar eine kleine unbewohnte Insel ragt aus dem Wasser, wie man sich es typischerweise vorstellt-weisser Sand, 2 Palmen, und sonst nichts.

Die Insel Mabul liegt in der Sulusee und ist in ca. einer halben Stunde abgelaufen. Die Menschen hier leben in Holzhäusern direkt am Wasser. Alles Pfahlbauten, in denen man sogar nur geringen Wellengang durch leichtes schaukeln spüren kann. So auch unsere Tauchschule. Das Haus hat mehrere Zimmer für Gäste, hier werden wir schlafen, bekommen unser Essen, unseren theoretischen Unterricht und von dort aus werden wir mit dem Boot und allem Equipment raus aufs Meer zum tauchen gefahren. Am späten Nachmittag lernen wir unseren Tauchlehrer Lee kennen. Ein 23-jähriger Engländer, der nur deshalb Tauchlehrer ist um hier selbst kostenlos tauchen zu können. Ein lustiger Kerl aber! Erhalten dann am selben Abend unseren „theoretischen“ Unterricht-3h DVD rund ums tauchen und was dazugehört. Naja, es gibt spannendere Dinge als so lange DVD zu schaun…. Danach heisst es dann in unseren Büchern die wir bekommen haben, die Fragen zu beantworten die sich auf den Film stützen. Eine Vorbereitung auf den theoretischen Teil der Tauchprüfung. Natürlich ist alles auf Englisch, sowohl Film, Buch, wie auch die Prüfung, was mir noch bisschen Sorgen macht, denn ich hab Bedenken, ob sich meine Englischkenntnisse irgendwann von mir verabschieden… Am nächsten morgen, nachdem wir uns die passende Ausrüstung ausgesucht haben,( also Flossen, Tauchanzug, Brille, usw. ) geht’s dann ab ins Wasser. Doch vorerst nicht tief-wir bleiben direkt vor dem Haus, bei einer Tiefe von vielleicht 1,5 Metern, wenn also irgendwas sein sollte muss man sich nur hinstellen und der Kopf ist wieder im Trockenem! :-) Wir gewöhnen uns erstmal daran unter Wasser zu „atmen“, und Lee zeigt uns die „skills“ die wir unter Wasser beherrschen müssen um die praktischen Teil der Prüfung zu bestehen. Dazu zählen Dinge wie die Brille fluten zu können, das Mundstück aus dem der Sauerstoff kommt aus- und wieder einzusetzen, in Notfallsituationen seinen „Tauchbuddy“ mit einem zweiten Regulator mit Sauerstoff zu versorgen, usw. Nach dem Mittagessen solls dann gleich hinaus aufs Meer gehen, um das Gelernte in 5 Meter Tiefe anzuwenden. Diesesmal hopst man halt nicht vom kleinen Steg in brusthohes, ruhiges Wasser, sondern man sitzt am Bootsrand und lässt sich rückwärts ins etwas aktiveres Meer fallen. Dann kommen noch Dinge hinzu wie das Abtauchen in die Tiefe, was eine bestimmte Technik benötigt, genauso wie der ständige Druckausgleich, der gesundheitlich gesehen natürlich sehr wichtig ist. Da ist man dann beim ersten Mal schon ganz froh, erstmal heil unten anzukommen! Ok, und jetzt alle „skills“ wiederholen. Leichter gesagt als getan, denn wenn ich so an die Oberfläche hochschau ist diese doch verdammt weit weg…..Da ist man mal nicht so schnell wieder aufgetaucht wie noch am Morgen, vorallem darf man bereits in solcher geringen Tiefe auch nicht mehr schnell nach oben schwimmen, da sonst wegen dem Druck, der auf den Körper einwirkt, Krankheiten verursacht werden können. Kurz gesagt: Lee will das ich mein Mundstück entnehme, es ungefähr 5 Sekunden draussen lasse und dann wieder einsetze, aber mit all diesen Hintergedanken im Kopf fehlt mir der Mut und ich weigere mich! Bei den anderen beiden klappts, auf der Heimfahrt im Boot bin ich daraufhin absolut entmutigt und mach mir Sorgen die Prüfung bestehen zu können. Auf meine Bitte hin nimmt sich Lee aber am Abend nochmal Zeit für mich, und wir zwei tauchen nochmal „vor dem Haus“ um die Übungen alle zu festigen- und siehe da, am nächsten Tag klappts dann auch bei mir in 5 Meter Tiefe! Wir haben dann noch weitere Tauchgänge bis zu 20 Meter Tiefe, in denen wir die Übungen ständig wiederholen. Neue Übungen, wie z.B. tauchen ohne Brille oder das Auspendeln des Körpers auf einer konstanten Höhe mit Hilfe von der Sauerstoffmenge in der Lunge (nicht einfach!), kommen hinzu. Hat man all diese Übungen unter Wasser gemeistert, eine bestimmte Distanz schwimmend im offenen Wasser zurückgelegt und die theoretische Prüfung, bestehend aus 100 Fragen (wir hatten 98% richtig!) abgelegt, bekommt man seinen Tauchschein. So sind wir jetzt alle 3 nach drei Tagen „Open Water Course“ stolze Besitzer eines scuba-divers-Tauchschein, und können auf der ganzen Welt zum tauchen gehen! Wir hängen sofort noch 2 Tage an um richtig tauchen zu gehen, denn das Tauchgebiet in dem wir lernten zählt mit der unter Naturschutz stehenden Insel Sipadan, die täglich nur 120 Menschen besuchen dürfen und für die man eine Sondergenehmigung zum Tauchen braucht , zu den 3 besten Tauchspots weltweit! Leider ist das Wetter an diesen Tagen nicht so schön, es ist noch immer Regenzeit. Die Sonne ist von Wolken bedeckt, was im Wasser zur Folge hat das man nicht dieses ausgeprägte Farbspektakel bei Pflanzen und Tieren geniessen kann. Aber trotzalledem kommen wir auf unsere Kosten und sehen unzählige Fische, deren Namen ich alle (noch) nicht kenne, Haie, Schildkröten, und natürlich die ganze Pflanzenvielfalt des Riffs, das 600 Meter in die Tiefe ragt. Die geilste Erfahrung an diesem Tauchgang war allerdings die, als wir uns an einer Stelle ganz ruhig am Riff, ohne uns gross zu bewegen, niederlassen und sich ein Schwarm von ca.500 Baracudas um uns herum versammelt-wir mitten drin, man schaut um sich, über sich und sieht nur diesen Schwarm, abgefahren! Nach 5 Tagen auf Mabul reisen wir wieder ab aufs Festland, zurück nach Semporna, verbringen dort noch eine Nacht bevor wir am nächsten Morgen mit dem Bus in Richtung Urwald fahren. Hier am Fluss Kinabatangan, der Quer durch Sabah, der östliche Teil des malayischen Borneos, fliesst, haben wir unsere 3-Tages Safari gebucht. Wenn ich dieses „gebucht“ schreibe, dann gefällt mir dieses Wort absolut gar nicht, aber das ist Absicht, denn nach dieser Erfahrung im Urwald haben wir uns auch ganz schnell abgewöhntet etwas zu „buchen“. Denn wer etwas bucht muss davon ausgehen, dass es viele, viele andere Touristen auch gemacht haben, und so landen wir unter diesen vielen Anderen im Urwald. Unter diesen typischen Touristen, die Kamera um den Hals gehängt, das Objektiv waagrecht von der Brust abstehend. Die entweder Klamotten tragen, deren Funktionen völlig übertrieben sind (z.B. Hut mit Nackenschutz vor Sonnenbrand, sieht erstensmal total dämlich aus und zu Monsunzeiten völlig over the top) oder die, die mit weissen Hosen durch matschigen Urwald laufen, sich darüber aufregen schmutzig zu werden und bei jedem Blutegel losgilfen als ginge es um Leben und Tot. Oder die Abenteurer, die alles schon gesehen und erlebt haben, zu 100% immer eine noch spannendere Geschichte zu erzählen haben als der gegenüber und regelmässig dem Tot von der Schippe springen, da ja alles so gefährlich ist was sie da draussen so erleben. Das sind die Touristen die man eigentlich nur aus Geschichten oder dummen Witzen kennt-doch es gibt sie wirklich! Wir haben sie dort im Wald getroffen, und ich glaube auf einem der Bilder ganz gut entlarvt, seht selbst! Für uns ist es aber eher eine lustige Unterhaltung, denn man hat ja doch Spass daran, sich über solche Menschen zu amüsieren. Während der 3 Tage machen wir einen Nacht-walk durch den Urwald, fahren 4X den Fluss mit dem Boot auf und ab und haben noch einen 3-stündigen Marsch am Tag durch den Wald. Einer der ausschlaggebenden Gründe, warum wir überhaupt diese Tour gebucht hatten war, das es nur noch auf Borneo möglich ist, Orang Utans in freier Wildbahn zu finden. So hatten wir uns erhofft, hier welche zu sehen. Doch wie es eben so ist mit wilden Tieren, eine Garantie sie anzutreffen gibt es natürlich nicht und leider sehen wir während der Zeit im Urwald auch keine. Dafür unzählige andere wilde Affen, Vögel, und sogar 2X vom Boot aus Elefanten am Flussufer. Vom Wald und den Bäumen sind wir etwas enttäuscht, da wir die Vorstellung von riesigen Urwald-Giganten mit mächtigen Höhen und riesigen Stammumfang hatten, es sich hier aber um Sekundärwald handelt, der Wald also nicht wirklich solche Riesen beherbergt. Trotzdem haben wir schöne Tage und lachen viel, mit ein Grund dafür ist, wohl den lustigsten Guide ever zu haben-Khai! Ein 28 jähriger, kleiner Einheimischer, dem die beiden vorderen Zähne irgendwo verloren gegangen sein müssen, der die Natur und diesen Beruf lebt. Sein Englisch alles andere als gut, sodass er auf Fragen die ihm gestellt werden mit einer Überzeugung einfach irgendwas antwortet, egal ob die Antwort passt oder nicht. Dafür hat er paar englische Sprüche auswendig gelernt, die er bei jeder Gelegenheit anbringt. Also die Lacher hat er wirklich auf seiner Seite, muss man aber glaub ich erlebt haben um es lustig zu finden. Wir übernachten in einem Lager aus mehreren kleinen Holzhütten im Wald, nahe am Ufer zum Fluss gelegen und teilen unsere Hütte mit 3 Engländern, die panische Angst davor haben, von Moskitos gestochen zu werden, sodass sie nachts die komplette Hütte einräuchern um sich vor ihnen zu schützen. Um Moskitos muss ich mir also keine Sorgen mehr machen, dafür aber, nachts an einer Rauchvergiftung sterben zu müssen…… Tja, da lauern sie, die unvorsehbaren Gefahren! :-)

Nach diesen lehrreichen Tagen geht’s für uns weiter nach Sandakan. Einer der hässlichsten Städte die ich je gesehen habe, und für uns nur deshalb interessant, weil es dort eine Orang Utan –Aufzuchtstation gibt. Da wir keine Wilden gesehen haben, möchten wir sie uns hier anschauen. Wir kommen genau richtig zu Fütterungszeit, doch auch heute bekommen wir wieder zu spüren dass der Monsun noch nicht vorbei ist und sind am Ende klitschnass, Sam’s Kamera geht beinahe wegen einem kleinen Wasserschaden kaputt. Tags darauf fahren wir, wieder mit dem Bus, nach Kota Kinabalu (KK).Für Sam und mich die in absehbarer Zeit letzte längere Busfahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn danach fliegen wir nach Singapur, wo wir endlich das Auto empfangen werden! Wir verbringen 5 Nächte in KK, die ersten 3 Tage ist Elke noch mit dabei, dann muss sie aber nach 4 Wochen Urlaub wieder zurück nach München fliegen. Zusammen mit ihr haben wir noch sehr lustige Tage hier. Wir verbringen einen wirklich ausserordentlich ereignisreichen Abend mit ihr zuerst in einer Kneipe. Während wir dort so sitzen, geht über uns das wohl heftigste Gewitter ein das ich je erlebt hab. Die Donnerschläge sind ohrenbetäubend! Danach treibts uns noch in einen Club. Würde alles zu weit führen die ganzen Highlights diesen abends zu erzählen- es war der pure Spass! Eine Sehenswürdigkeit für sich in dieser Stadt ist der Nachtmarkt. Zig Gemüse-, Obst-, Fleisch- und Fischstände reihen sich aneinander, doch das Beste sind die Essensstände. Seit dem ich in Asien bin, esse ich viel Fisch und der gleichen, aber hier gibts mit Abstand den allerbesten! Man läuft einfach zu einem der Stände hin, sucht sich einen noch nicht zubereiteten Fisch oder ein anderes Meerestier aus, das dann vor einem frisch gegrillt wird. Über den Markt zieht der Rauch und der Geruch der vielen Grillstände, es herrscht eine ganz arg angenehme Stimmung, wir sitzen inmitten der Einheimischen und essen unseren Fisch mit Reis. Die Einheimischen erklären uns wie wir essen sollen: mit den bloßen Fingern. Bereits auf Bali hab ich das mancherorts beobachtet das die Menschen das so machen. Zuerst zögern wir, aber bei unserem nächsten Besuch hier machen wir es genauso , meine Mama wird sich vorstellen können wie viel Spass mir das Essen ohne Besteck macht! Und hier ist es erlaubt! Was uns hier in der Stadt zum ersten Mal auffällt, ist das perfekte Zusammenleben vieler verschiedener Kulturen. Egal ob Moslems, Chinesen, Buddhisten, Hinduisten-jeder kann hier seinen Glauben und seine Kultur ungehindert ausleben. Eine beispielhafte Multi-Kulti-Gesellschaft. Gerade bereiten sich die Chinesen auf das bevorstehende chinesische Neujahrsfest vor, das am 25.1. beginnt und ganze 2 Wochen gefeiert wird. Sie veranstalten Konzerte auf den Strassen, in der Stadt hängen vielerorts die typisch roten Lampenschirme über den Gassen. Ich bezweifle das in Deutschland diese Offenheit anderer Kulturen gegenüber besteht. Oder wissen wir in Deutschland schon grossartig viel bescheid darüber, wie die türkische Familie von nebenan ihren Glauben oder ihre Kultur lebt?!

Unsere Elke verlässt uns also nach vielen gemeinsamen schönen Tagen in Indonesien und Malaysia, es ist immer sehr schade sich von liebgewonnenen Mitreisenden zu verabschieden. 2 Tage später geht’s für uns dann mit dem Flugzeug weiter nach Singapur. Die Stadt der Moderne…….. Das wars mal wieder von uns. Liebe Grüße aus Asien …Achso, über Kommentare und Anregungen freuen wir uns Jederzeit…

5 Kommentare:

Harald hat gesagt…

Hallo Gina, Hallo Sam!
Ich finde die Blogs einfach super!
Davon könnte ich täglich einen lesen!Ist der Oberhammer was ihr da alles erlebt! Ich bin ganz schön neidisch.
Klasse! Weitermachen!
viele liebe Grüße und tausend Küsse
Harald

leska hat gesagt…

hi ihr zwei,
hab gestern zweimal versucht euch was zu schreiben - aber ohne erfolg. hoffe es klappt diesmal!!!!

war so erfreut, dass i nen ganz aktullen bericht zu lesen bekomm...

also ihr lieben, macht weiter so!!!

ganz liebe grüße nach asien aus dem verschneiten tübingen
leska

Anonym hat gesagt…

same same but different;-)
prächtig!wahrhaftig prächtig!weiter so!!

Anonym hat gesagt…

hier noch ein stück schneewittchenTORTA!!!!!!!!!

Gonzo hat gesagt…

Die Geschichten machen Lust auf Urlaub.
Was war das eigentlich für ein Institut, bei dem Ihr euren Tauchkurs gemacht habt: Paddy oder SSI.
Mein Tauchlehrer in Australien war nicht so gut, obwohl es ein deutscher Lehrer war.
Bei mir war es damals nicht ganz so erfolgreich. Bin bei der ersten Prüfung erst einmal durchgefallen... ;-)

Wünsch euch noch einen wunderschöne Reise.
LG, Nadja